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Sehr geehrte Damen und Herren!

Ist das Anlagejahr 2017 schon gelaufen, obwohl erst 2/3 des Jahres vorüber sind? Jedenfalls darf man festhalten, dass auch in diesem Jahr trotz eines weiterhin anspruchsvollen Umfelds mit einer angepassten Anlagestrategie positive Erträge auf das eingesetzte Kapital zu erwirtschaften sind. Selbst „notorische Sparer“ müssen anerkennen, dass Kapitalerhalt oder Rendite nur mit Investments in Produktivkapital realisierbar ist.
Das allgemeine Anlageumfeld und die vielfach beschriebenen Krisenherde bieten eigentlich ausreichend Argumente, um in Punkto Geldanlage ein defensives Anlageverhalten an den Tag zu legen. Betrachtet man die Entwicklung an den Kapitalmärkten und insbesondere die Dynamik in der Realwirtschaft detaillierter, sind derzeit große Umbrüche erkennbar. Man spricht nicht umsonst von einer sog. „disruptiven Phase“, ausgelöst durch die nächste Stufe der Digitalisierung. Unter einem disruptiven Prozess versteht man u.a. eine komplette Änderung von Geschäftsmodellen, Produktionsabläufen oder technischen Funktionen.
Die Automobilindustrie als eine deutsche Schlüsselindustrie bietet sich hierfür als anschauliches Beispiel bestens an. Der Entwicklungsprozess zu autonomen Fahren oder Elektromobilität führt zu veränderten Fahrzeugspezifikationen, was erhebliche Auswirkungen auf den Produktionsprozess und die Wertschöpfungskette haben wird. Möglicherweise liegen zukünftig die entscheidenden Gewinne bei den Unternehmen, die die notwendigen Komponenten oder die entsprechende Software liefern und nicht bei dem Unternehmen unter dessen Logo ein Kfz verkauft wird. Demnach muss man konkret die Frage stellen, ob Automobilunternehmen in 10 Jahren noch in der heutigen Form bestehen werden oder ob diese Unternehmen in gänzlich verschiedene Unternehmen aufgespaltet werden. Denkbar ist dies sehr wohl, wie das Beispiel der Energieversorger zeigt.
An den Kapitalmärkten wird diese Herausforderung bereits konkretisiert. Nur so ist der Börsenwert der US-Firma Tesla zu erklären und nachvollziehbar, weshalb dieses Unternehmen zu den wertvollsten Unternehmen im Sektor Automobilbau gehört, obwohl es bislang nur Verluste erwirtschaftet.
Konkret heißt dies: Chancen und Risiken liegen extrem nah beieinander, so dass nur über eine angemessene Vermögensallokation ein echter Mehrwert zu erwirtschaften ist, denn die Geldpolitik der Notenbanken darf weiterhin als expansiv unterstellt werden, so dass auf der Zinsseite kaum Ertrag zu erwirtschaften ist.
Aktive Vermögensanlage erfordert immer einen auf die Zukunft ausgerichteten Blick, weshalb ein wichtiger Hinweis für 2018 nicht fehlen darf. Mit dem Jahreswechsel tritt ein neues „Investmentsteuergesetz“ in Kraft. Das Inkrafttreten dieser Gesetzesnovelle betrifft ohne Ausnahme alle bisherigen steuerrelevanten Regelungen im Bereich der Fondsbesteuerung. Eine Überprüfung der eigenen Portfolien ist dringend geboten, um eventuell erforderliche Anpassungen vorzunehmen.
Fazit: Nur ein auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmtes und aktives Vermögensmanagement ermöglicht einen persönlichen Mehrwert. Ob „Roboadvising“ die Zukunft ist, wird sich noch erweisen müssen, aber auch hier darf man die technische Weiterentwicklung nicht außer Acht lassen.

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Disclaimer: Das vorliegende Dokument stellt keine Anlageberatung dar. Es enthält insbesondere keine auf individuelle Verhältnisse abgestimmte Handlungsempfehlung und ersetzt keine individuelle Beratung. Alle Aussagen entsprechen den aktuellen Erkenntnissen der Fortezza Finanz AG und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden.