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Sehr geehrte Damen und Herren!

Anleger und Investoren haben sich mit Beginn der Jahres 2018 auf eine Reihe aufsichtsrechtlicher und steuerrechtlicher Änderungen einzustellen. Wir gehen deshalb auf die grundsätzliche Änderung ein, die das „Investmentsteuerreformgesetz“ (InvStRefG) mit sich bringt.

Ursächlich für diese Reform sind europarechtlich verpflichtende Gleichstellungen inländischer und ausländischer Investmentfonds, sowie eine angestrebte Vereinfachung der Besteuerung von Publikumsfonds auf der Anlegerebene.

Maßgeblich für die bisherige Besteuerung war das sog. „Transparenzprinzip“, wobei ein Fondsanleger so gestellt wurde, als sei er direkt an dem jeweiligen Fondsinvestment beteiligt. Dies führte dazu, dass bis zu 33 Ertragsarten berechnet und ausgewiesen wurden.

Zukünftig wird eine sog.  „intransparente Besteuerung“ erfolgen. Auf Anlegerebene kann somit nur noch bedingt nachvollzogen werden, aus welchen Anlageklassen die Ausschüttung erwirtschaftet wird. Gleichzeitig wird der Fonds als Sondervermögen zum Steuersubjekt und somit körperschaftssteuer- pflichtig.

Die Steuer, die der Fonds abzuführen hat wird bei der Steuererklärung des Anlegers berücksichtigt, indem auf der Anlegerebene zukünftig eine sog. „Teilfreistellung“ erfolgt. Die Höhe der Teilfreistellung ist abhängig von der jeweiligen Fondskonzeption, d.h. es wird nach Aktien-, Misch- oder Immobilienfonds differenziert. Ein Teil der Ausschüttung unterliegt nicht der Abgeltungssteuer.  Schüttet z.B. ein Aktienfonds € 100,- aus und der entsprechende Fonds befindet sich im Depot eines Privatanlegers, dann unterliegen auf Anlegerebene € 70,- der Abgeltungssteuer, weil 30 % des Ausschüttungsbetrages bei Aktienfonds auf Grund der Teilfreistellung nicht der Abgeltungssteuer unterliegen.

Eine Besonderheit gibt es zukünftig bei sog. „Thesaurierenden Fonds“ zu beachten. Der bislang mögliche aufschiebende Effekt einer Steuerpflicht wird durch eine Vorabpauschale auf Anlegerebene neutralisiert. Konkret bedeutet dies, dass ein „Thesaurierender Fonds“ zu einer Steuerpflicht führt, obwohl der entsprechende Fonds während der gesamten Steuerperiode im Depot gehalten wurde und keinerlei Ausschüttung erfolgte. Bemessungsgrundlage wird ein durch die Bundesbank zu ermittelnder Basiszinssatz sein, der dann mit der während eines Anlagejahres erfolgten Wertsteigerung zu multiplizieren ist. Erstmalig wird dieser Effekt am 2. Januar 2019 eintreten. Angemerkt sei, dass der steuerlich bedingte Liquiditätsabfluss bei einer späteren Gewinnrealisierung als Steuervorauszahlung berücksichtigt wird.

Mit dem Jahreswechsel wird im Zuge des InvStRefG ein noch bestehendes Steuerprivileg auf Altbestände von Fondsanteilen abgeschafft. Vor 2009 angeschaffte Fondsanteile werden ab 2018 steuerpflichtig und ein bis jetzt bestehender Bestandsschutz wird aufgehoben. Zur Abmilderung wird für Altbestände ein Steuerfreibetrag von € 100.000,- pro Anleger eingeführt, der zukünftig nur im Rahmen der persönlichen Steuererklärung berücksichtigt werden kann.Detaillierte Informationen zu den Steueränderungen findet man beim „Bundesverband Investment und Asset Management e.V.“ unter dem Link: https://www.bvi.de/regulierung/investmentsteuern/investmentsteuerreform

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Disclaimer: Das vorliegende Dokument stellt keine Anlageberatung dar. Es enthält insbesondere keine auf individuelle Verhältnisse abgestimmte Handlungsempfehlung und ersetzt keine individuelle Beratung. Alle Aussagen entsprechen den aktuellen Erkenntnissen der Fortezza Finanz AG und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden.